Das Koks der Katzen

Baldrian und die amerikanische Katzenminze, aber auch andere Pflanzen enthalten Duftmoleküle, die im Katzengehirn Erregung auslösen. Durch Atmen mit geöffnetem Maul (Flehmen) verbessert sich die Aufnahme der Moleküle im Jacobson`schen Organ. Je nach Temperament wälzen sich Katzen in den Aromen, bespeicheln sie, spielen mit ihnen oder attackieren sie wild. Aber auf Baldrian & Katzenminze reagieren nicht alle Katzen.

Bitte bedenken Sie aber: Betörende Pflanzen können Katzen abhängig machen. Zwar sind bisher keine Vergiftungserscheinungen beobachtet worden, es kann jedoch zu Entzugserscheinungen kommen, die sich in erhöhter Aggressivität oder massivem Schwanzbeißen äußern. Bei Einnahme einer hohen Dosis kann es sogar zu einer psychischen Schädigung des Nervensystems, ähnlich wie bei einer Schizophrenie kommen. Fragen Sie Ihren Tierarzt oder Tierheilpraktiker!

Das Catnip wurde inzwischen synthetisch nachgebaut & ist in vielen Katzenspiel-zeugen enthalten. Baldrian wird in der Regel, genauso wie Katzenminze, in getrockneter Form in Katzenspielzeug oder auch als Baldrianspray angeboten.

Katzenminze
Der Wirkstoff der Katzenminze heißt Nepetalakton. Bei 50 Prozent aller Tiere hat Katzenminze eine euphorisierende Wirkung. Die Katzenminze besitzt eine magische Anziehungskraft auf geschlechtsreife Katzen. Jungtiere und alte Katzen haben ein eher geringes Interesse an der Pflanze. Im 15. Jahrhundert verwendete man die frischen Blätter zum Würzen von Fleisch und kaute sie, um Zahnschmerzen zu therapieren. Ein Tee kann Linderung bei Erkältung, Grippe und Magenverstimmung bringen, er gilt als fiebersenkend und schweißtreibend, krampflösend, entgiftend, harntreibend und leicht euphorisierend.

Baldrian
Baldrian ist nicht gleich Baldrian, sondern der Name für eine ganze Pflanzengattung aus der Familie der Baldriangewächse. Zu dieser Pflanzengattung gehören mindestens 150 verschiedene Baldrianarten, die unter anderem Valepotriate und Sesquiterpene enthalten und dadurch krampflösend und gefäßerweiternd wirken. Bereits seit dem 2 Jahrhundert wird Baldrian zur Behandlung von Unruhe, Angstzuständen & Schlafstörungen beim Menschen eingesetzt. Forschungen an diversen US-amerikanischen Universitäten beschäftigen sich nun damit, ob Baldrian nicht eine Alternative zu Valium (Diazepam) darstellen könnte.

Bei Hauskatzen löst Baldrian allerdings völlig andere Reaktionen aus. Am ehesten lässt sich die Wirkung mit einem verlockenden und aufputschenden Aphrodisiakum vergleichen. Ein geradezu unwiderstehlicher Duft für Katzen und Kater, weil die im Baldrian enthaltenen Alkaloide wie Sexuallockstoffe wirken sollen. Für viele Dosenöffner ist die (gelegentliche und sparsame!) Verwendung eine gute Möglichkeit, älteren und trägen Katzen wieder etwas Leben einzuhauchen.
Und auch wenn Fachleute Entwarnung geben: Bedenken Sie, dass der Stresspegel Ihrer Katze zeitweilig durch den rauschähnlichen Zustand erhöht wird. Und häufiger Stress tut weder Menschen noch Katzen auf Dauer gut. Weiterhin wird von Tierärzten in diesem Zusammenhang darauf verwiesen, dass viele der in Apotheken erhältlichen Tinkturen mit einen Zusatz von Alkohol hergestellt werden, der Stubentigern schaden könnte.

Matatabi
Zum Glück wächst die Matatabi-Pflanze (verwandt mit der Katzenminze) ausschließlich in Asien. Laut “Das grosse Felidae-Katzenbuch” (Rolf Degen, Akif Pirincci) sollen Großkatzen, die an diese harte Droge herankamen, nicht mehr davon losgekommen sein. Weder Essen & Trinken, noch das Sexualverhalten sollen mehr von Belang gewesen sein, was schließlich zum Tod der Tiere führte.

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Quellen:
http://www.tier.tv/ratgeber/katze/das-koks-der-katzen/
http://haustiger.info/baldrian…wenn-katzen-auf-einen-trip-gehen/
http://www.heim-und-haustiere.de/katzen/anhang/notizen-zu-baldrian.php
http://www.fralas.de/html/drogen.html

Bildquelle: http://tichiro.net/?p=609

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