Die Wahrnehmung der Katze – Teil 2: Hörsinn

Für Raubtiere wie die Katze sind gute Hörleistungen zum Aufspüren ihrer Beutetiere sehr wichtig. Ihr Hörvermögen übersteigt das des Menschen bei weitem. Katzen können noch im Ultraschallbereich hören, um unterirdisch eine Maus gut wahrzunehmen. Sie haben die Fähigkeit des räumlichen Hörens und ihre beweglichen Ohrmuscheln bündeln Schallwellen effektiv in Richtung ihrer Trommelfelle.

Räumliches Hören durch Messung der Zeitdifferenz

Katzen können hintereinander liegende Schallquellen voneinander unterscheiden. Weil
sie bereits einen Unterschied von 0,000 01 Sekunden wahrnehmen können. Indem sie die Zeitdifferenz messen, mit der die Geräusche an den beiden Ohrmuscheln eintreffen, können sie die räumliche Lage eines Geräusches genau bestimmen.

Sehr gutes Richtungshören dank extrem beweglicher Ohren

Dank der 32 Muskeln in jedem Ohr kann eine Katze ihre Ohren unabhängig voneinander in fast alle Richtungen drehen. Diese Beweglichkeit der Ohrmuscheln dient dem exakten Orten von Geräuschen. In einem Winkel von etwa 180° kann die Katze sie drehen und damit punktgenau auf eine Geräuschquelle richten, ohne den Kopf zu wenden. Und das sogar mit jedem Ohr einzeln – unabhängig voneinander.
Diese Ausrichtung zur Schallquelle funktioniert reflexartig. Das heißt, das Tier muss
sich der Schallquelle nicht zuwenden. Das Ohr richtet sich automatisch in die jeweilige Richtung.

Katzen können eine Geräuschquelle nicht nur besser im Raum lokalisieren als der Mensch, sondern das auch noch erheblich schneller. Wenn zwei Vögel dicht nebeneinander auf einem Ast sitzen und ein Lied singen, können Menschen beide Lieder nicht mehr unterscheiden. Katzen hingegen können das mit ihrem exzellentem Gehör sehr wohl.

Der kleinste Winkel, unter dem zwei Geräusche noch getrennt wahrgenommen werden
Der Hörschärfe-Winkel des Menschen beträgt ganze 8,4°
Der Hörschärfe-Winkel der Katze hat nur 1,5°

 

Das Gehör der Katze ist empfindlicher als das Gehör des Menschen

Bei den tiefen Tönen ist uns die Katze nicht voraus, hierbei stoßen Katze und Mensch an die gleichen Grenzen ihrer Wahrnehmung. Aber während Menschen ab einer Tonhöhe von 20.000 Hz nur noch Stille hören, liegt die Grenze der Wahrnehmung von hohen Tönen bei der Katze erst bei 47.000 Hz. Alle Frequenzen oberhalb der menschlichen Hörgrenze werden als Ultraschall bezeichnet. In diesem Frequenzbereich kommunizieren übrigens auch Mäuse.

Die Einheit Hz bezeichnet die Anzahl der Schallwellen pro Sekunde (je mehr Schallwellen pro Sekunde, desto höher der Ton).

Zwischen der tiefsten und der höchsten hörbaren Frequenz
Die menschliche Hörschwelle liegt zwischen 20 und 20.000 Hz
Die der Katze zwischen 100 und 47.000 – 100.000 Hz (versch. Quellen)

Im Zusammenleben mit Katzen sollten Sie diese Fähigkeit im Hinterkopf behalten. Sie können eine unvorstellbare Fülle von Geräuschen wahrnehmen, die uns Menschen komplett verborgen bleibt. Deshalb kommt es gelegentlich zu unverständlichen Reaktionen der Katzen. Sie sind beispielsweise wesentlich empfindlicher für das Pfeifen elektrischer Geräte. Auch laute Musik mögen viele Katzen nicht.

Einen tollen Mensch & Tier Lautstärke-Vergleichstest für Kinder finden Sie hier: http://www.planet-schule.de/sf/php/mmewin.php?id=58

Quellen:
http://www.planet-schule.de/wissenspool/total-phaenomenal-sinne/inhalt/hintergrund/der-hoersinn/saeugetiere-land.html

http://www.geliebte-katze.de/information/verhalten-von-katzen/sinne-orientierung-von-katzen/tast-und-hoersinn-bei-katzen.html

http://www.feline-senses.de/01_sinnesorgane.html

http://www.katzenjournal.eu/sinnesorgane_ohren.htm

Die Freiheitsstatue hat Schuhgröße 1200: Die neue Dosis unnützes Wissen, Verlag: Riva, November 2012

Kommentare sind geschlossen.