Die Wahrnehmung der Katze – Teil 4: Der Geschmackssinn

Der Geschmackssinn der Katze unterschiedet sich in einem Punkt extrem von dem anderer Säugetiere: Ihnen fehlt ein Gen, um Süßes wahrzunehmen. Darüber hinaus verfügen sie über deutlich weniger Geschmacksknospen als der Mensch.
Davon haben sie nur ca. 500, Menschen hingegen 9000.

Das Katzen süß nicht schmecken können liegt daran, dass den Tieren Teile des dafür wichtigen Gens fehlen. Die Folge ist ein funktionsunfähiger Rezeptor in den Geschmacksknospen der Katzenzunge. Die Wissenschaftler, die das herausgefunden haben, gehen jetzt der Frage nach, ob die Katzen wegen ihrer veränderten Geschmacksknospen zu reinen Fleischfressern geworden sind oder ob die ständige proteinreiche und kohlenhydratarme Nahrung die Rezeptoren verändert hat.

Sie können allerdings durchaus sauer, salzig, bitter und umami unterscheiden. Umami ist japanisch und heißt auf deutsch fleischig und herzhaft, wohlschmeckend. Er gilt als der 5. Geschmackssinn und ist die Bezeichnung für einen vollmundigen Geschmack. Hervorgerufen wird er durch die Aminosäure Glutaminsäure, die in proteinhaltiger Nahrung vorkommt.

In erster Linie ist der Geschmackssinn der Katze darauf ausgerichtet, die für die Katze wichtigen tierischen Aminosäuren im Fleisch zu erkennen. Sie hat verschiedene Rezeptoren für Aminosäuren – süßliche, schwefelhaltige, bitter schmeckende. Typisch für einen Fleischfresser, reagiert ihr Geschmackssinn sensibel auf Wasser und chemische Verbindungen, die Stickstoff und Schwefel enthalten, insbesondere auf Aminosäuren, die Bausteine der Proteine.

Auch Sämigkeit nehmen Katzen sehr detailliert wahr. D. h. sie können z. B. unterscheiden, ob Wasser pur oder mit Kondensmilch angereichert wurde.

Die Katzenzunge ist rau, denn sie verfügt über kleine nach hinten gerichtete „Hornstacheln“, welche als Papillen bezeichnet werden. Die zentralen Papillen sind mit Dornen besetzt, die zum Körper hin zeigen. Sie dienen zur Fellpflege und zum Abschaben des Fleisches von Knochen.

Nur die Blätterpapillen, die umwallten Papillen und die pilzförmigen Papillen besitzen Geschmacksknospen und sitzen gehäuft an der Spitze, entlang der Seiten und hinten auf der Zunge. Deren Rezeptoren übermitteln Informationen an das Gehirn, welche die Katze verschiedene Geschmacksrichtungen wahrnehmen lässt. Katzen sind bei der Wahl des Futters meist sehr wählerisch.

Aber leider schützt sie ihr kritischer Geschmack nicht ausreichend vor schädlichen Substanzen. Sie können nicht schmecken, ob Fleisch Toxoplasmose verseucht ist, trinken Kuhmilch, obwohl sie sie nicht vertragen und einige Katzen vergiften sich, indem sie an giftigen Pflanzen knabbern.

Quellen:

http://www.feline-senses.de/01_sinnesorgane.html
http://www.welt-der-katzen.de/katzenhaltung/biologie/anatomie/sinnesorgane.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Umami
http://de.wikipedia.org/wiki/Katzen#Zunge_und_Geschmackssinn
http://www.geliebte-katze.de/information/verhalten-von-katzen/sinne-orientierung-von-katzen/geschmackssinn-bei-katzen.html
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/gendefekt-katzen-schmecken-nichts-suesses-a-366694.html
http://www.welt.de/wissenschaft/article1567467/Beim-Schmecken-ist-der-Mensch-unschlagbar.html


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